DARC-Vorstand legte neues Konzept für neue Afu- Einsteigerklasse
Freitag, 01 April 2011 - 00:00:01
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APRIL, APRIL! Natürlich gibt es keine Klasse für DK als Einsteiger und auch keine 100 Watt auf 27MHz !




Der Vorstand des Deutschen Amateur-Radio-Clubs (DARC) hatte sein Konzept für eine neue Amateurfunk-Einsteigerklasse "K" erarbeitet (K = "Kleine Klasse"). Dieses Konzept in der ersten Version wurde auf der Mitgliederversammlung des Vereins am 13. und 14. Dezember 2008 in Bad Lippspringe den Delegierten zur Abstimmung vorgelegt. Auf Antrag des RTA hat das Wirtschaftsministerium BMWi der Einführung einer Einsteigerklasse unterhalb der jetzigen Klasse E zugestimmt. Nun liegt die entsprechen Ausgereifte zweite Version vor und ist bereit zur Umsetzung. Die neue Einsteigerklasse wird mit Wirkung zum 01. April 2011 mit einer weiteren Änderung der Amateurfunkverordnung (AFuV) kommen. Die Bundesnetzagentur wird diese Aufgabe übernehmen.
 

Die neue Klasse K soll unterhalb der jetzigen Klasse E angesiedelt sein und einen besonders leichten Einstieg in den Amateurfunk ermöglichen. Die Prüfungsanforderungen selber sollen ungefähr denen der alten 'Klasse 3' entsprechen. Ein Mindestendalter für das Erlangen ist nicht vorgegeben.
Besonderen Wert legt der DARC-Vorstand allerdings auf das Prüfungsfach "Betriebstechnik". Dieses soll dem Schwierigkeitsgrad der jetzigen Klassen A und E entsprechen und ca. 60% des Prüfungsinhalts ausmachen. Außerdem sollen Teilnehmer vor der Prüfung zur Klasse K ein betriebstechnisches "Praktikum" bei einem Amateurfunkverein mit mindestens 14 Betriebsstunden absolvieren müssen. Im Vorfeld wurde beim Ortsverband in Papenburg (i57) dies getestet und ein Leitfaden dokumentiert, welcher bei OVV von i57 kostenfrei erhältlich ist. Deutlich geringere Prüfungsanforderungen sieht das DARC-Konzept dagegen in den Prüfungsfächern "Technik" mit 20% und "Vorschriften" mit 20% des Prüfungsinhalts der Klasse E vor.

Die Prüfung selbst soll nach dem Multiple-Choice-("Ankreuz"-)Verfahren durchgeführt werden. Ein späteres "Upgrade" auf die Klasse E oder direkt auf die Klasse A soll möglich sein. Die neuen Fragebögen werden direkt auf der Webseite, der Bundesnetzagentur, als PDF bereitgestellt und ausgefüllt nach Mühlheim zur Bundesnetzagentur per Post gesendet. Voraussetzung ist ein schon Klasse A lizenzierter Funkamateur mit Ausbildungsrufzeichen, der das ausfüllen überwacht und dies auf dem Fragebogen schriftlich bestätigt. Die Gebühren der Prüfung belaufen sich für Klasse K auf ca 15€.

Den Zeitbedarf für eine Ausbildung zur Amateurfunkklasse K veranschlagt der DARC-Vorstand mit ca. 10 Stunden (fünf Abendveranstaltungen oder ein Intensiv-Wochenende). Ausbilden darf jeder Inhaber eines Ausbildungsrufzeichens. Einen Entwurf der Prüfungsfragen „Klasse K“ hat Eckart Moltrecht (DJ4UF) unter der Webseite (http://www.dj4uf.de/lehrg/klasse_k.html) schon vorbereitet. Nach den Vorstellungen des DARC-Vorstands sollen folgende Amateurfunk-Frequenzbereiche für die Klasse K freigegeben werden:

3,5 - 3,8 MHz ; 26,5 – 27,4 MHz; 28 - 29,7 MHz ; 144 - 146 MHz ; 430 - 440 MHz und 10 GHz

Die höchstzulässige Strahlungsleistung soll 100 Watt (EiRP) betragen (auf 10 GHz: 50 Watt Ausgangsleistung). Nur die Benutzung von Selbstbaugeräten soll uneingeschränkt mit der höchstzulässigen Strahlungsleistung erlaubt werden. Kommerzielle Geräte dürfen nur mit 10% der Strahlungsleistung von Selbstbaugeräten betrieben werden.

Mit der Einführung der Amateurfunkklasse K will der DARC-Vorstand auch den Vorstellungen des europäischen "Electronic Communikations Committees" (ECC) Rechnung tragen. Das ECC hatte bereits im Sommer 2006 die Einführung einer neuen europäischen Einsteiger-Amateurfunkklasse ("Entry Level Licence") diskutiert. Im Oktober 2006 veröffentlchte das ECC den sog. EEC Report 89, in dem wesentliche Eckpunkte dieser Einsteiger-Lizenz konkretisiert wurden. Als Rufzeichenblock wird dann DK0AA bis DK9ZZ sowie DK0AAA bis DK9ZZZ freigemacht. Für die Ausbildungsrufzeichen, welche schon die Klasse K inne haben, werden die Rufzeichen DK0A bis DK9Z verlost. Um den Rufzeichenblock schnell freizumachen, wird die Bundesnetzagentur ab Freitag den 01.04.2011 alle bisherigen Inhaber der vorgenannten Rufzeichen anschreiben und auffordern, sich ab sofort ein Call aus den verbleibenden Blöcken zu bestellen. Die B-Netz-A stellt bis zum 30.04.2011 sofort die neuen Urkunden aus. Alle bis dahin nicht gemeldeten Inhaber der Klasse A werden automatisch in die neue Klasse K eingestuft und können später mit einem Aufstocken auch die neue Klasse A erarbeiten. Der neue Gesetzestext wurde dem BMWi (Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie) schon schriftlich vorgelegt und wird noch in der kommenden Woche im BMWi veröffentlicht.

Der DARC-Vorstand hofft, mit der Einführung der Klasse K neue Zielgruppen für den Amateurfunk zu erschließen. Dazu zählen nach Angaben des Vorstands neben Schülern und Senioren u.a. auch die, die Interesse am Funk, an der Technik und am Basteln haben oder erfahren möchten wie man Funkbetrieb über die ISS hört oder mit dem Laptop, einem Funkgerät und einem Stück Draht Verbindungen rund um den Globus schafft auch ohne Internet sowie Nutzer von LPD, PMR, Freenet und CB Funk(11m).



Genaue Informationen gibt es auf der Offiziellen Webseite www.lizenzklasse-k.de.